Gone Girl (2014)

Die Weltwoche hatte letztes Jahr (Nr. 44/2014) eine interessante Frage im Kino-Teil:

The weekly published Swiss magazine „Weltwoche“ had an interesting ask-the-editor last year (44/2014) :

gonegirl

„The marriage war film „Gone Girl“ has received much critical acclaim and has done well at the box office. Why does no one see its misogyny? Although he’s a macho, she’s definitely the more perfidious one, or isn’t she?“

Das ist doch schockierend. Nicht, dass der weibliche Charakter der böse ist, sondern, dass so eine Frage überhaupt gestellt wird. Stell Männer als brutal, hinterhältig, perfid, psychotisch dar – kein Problem. Macht man das mit einer Frau, ists frauenfeindlich. Und die Person, die die Frage gestellt hat, ist sich dessen sogar bewusst, denn sie sagt ja explizit, dass es okay ist, wenn der Mann als Macho dargestellt wird.

Shocking! No, not that the girl is the bad „guy“, but that someone seriously asked this question. It’s absolutely alright to portray men as brutal, malicious and psychotic. If you do that with a woman, it’s misogyny. The fact that the person who asked the question is aware of that makes this even worse. He or she explicitly states it’s alright when the man is depicted as macho.

Eine wunderschöne Ausprägung des Galbrush-Paradoxons:

galbrush

Leider ist die Trope noch nicht so verbreitet, dass es dazu Einträge in Online-Nachschlagewerken gäbe, darum muss Christian Schmidt als Quelle herhalten: https://allesevolution.wordpress.com/2015/07/25/galbrush-paradoxon/.

Von Frauen an Männern ausgeübte Gewalt ist lustig, darum gehört sie in Komödien und nicht in Dramas. Dramas sind ernst und wenn wir damit anfangen, Frauen als Menschen mit Fehlern und Gewaltpotential darzustellen, müssen wir uns allenfalls irgendwann eingestehen, dass diese Darstellungen nicht unrealistisch sind – jedenfalls nicht unrealistischer als bei umgekehrten Geschlechtervorzeichen. Die Antwort des Redakteurs ist auf jeden Fall enttäuschend.

The Galbrush-Paradox has only emerged recently as an expression, that’s why there are very few sources. I took the picture from Christian Schmidt’s Blog: https://allesevolution.wordpress.com/2015/07/25/galbrush-paradoxon/

The thing is that violence against men, if the abuser is female, is funny. That’s why it belongs in comedy, not drama. Drama is serious and as soon as we begin portraying women as flawed humans capable of violence we’ll reach the point when we have to admit that these depictions aren’t unrealistic. Or not more unrealistic than similar depictions of men, for that matter. The editor’s response was disappointing, in any case.

 

 

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